MMA: Mixed Martial Arts erklärt, vom ersten Training bis zum Käfig
Stand: Oktober 2026, Quellen am Ende der Seite
Mixed Martial Arts, kurz MMA, verbindet Schlagen, Treten, Werfen und Bodenkampf in einem Regelwerk. Hier erfährst du, was MMA ist, wie das Training abläuft, welche Regeln und Gewichtsklassen gelten, welche Ausrüstung du brauchst, wie gefährlich der Sport ist, wie er nach Deutschland kam und wie du anfängst, auch ohne Vorerfahrung. Geschrieben vom Combat Sports Center in Emmering bei Fürstenfeldbruck.
Was ist MMA? Die drei Distanzen
MMA ist ein Vollkontakt-Kampfsport, in dem fast alles erlaubt ist, was Kampfsportarten an Techniken kennen: Schläge, Tritte, Knie und Ellbogen, Würfe und Takedowns, Hebel und Würgegriffe. Gekämpft wird nach festen Regeln, mit Ringrichter, in Gewichtsklassen und über Runden. Ein MMA-Kampf wechselt ständig zwischen drei Distanzen, und wer MMA lernt, lernt alle drei.

Striking: Schlagen und Treten im Stand
Striking heißt der Kampf auf Distanz mit Fäusten, Füßen, Knien und Ellbogen. Die Techniken kommen aus dem Boxen, dem Kickboxen und dem Muay Thai. Im MMA sieht Striking anders aus als in diesen Sportarten: Die Deckung ist offener, weil die Handschuhe kleiner sind, und jeder Tritt birgt das Risiko, dass der Gegner das Bein fängt und dich zu Boden bringt.
Clinch und Takedowns
Im Clinch halten sich beide Kämpfer eng umklammert. Hier wird mit Knien und kurzen Schlägen gearbeitet, vor allem aber um die bessere Position gerungen. Aus dem Clinch oder aus der Distanz versucht man, den Gegner mit einem Takedown zu Boden zu bringen. Die Techniken stammen aus dem Ringen, dem Judo und dem Muay Thai. Wer Takedowns verhindern kann, bestimmt, wo der Kampf stattfindet.
Bodenkampf und Submissions
Am Boden geht es um Kontrolle: oben bleiben, Schläge setzen und den Gegner fixieren, oder sich von unten befreien und aufstehen. Ein Kampf kann am Boden durch Aufgabe enden, wenn ein Hebel oder ein Würgegriff sitzt und der Gegner abklopft. Diese Submissions kommen vor allem aus dem Brazilian Jiu-Jitsu, dem Ringen und dem Judo. Ohne Anzug trainiert, wie im MMA üblich, heißt der Bodenkampf No-Gi.

So läuft MMA-Training ab
Ein MMA-Training ist meistens in Blöcke geteilt: Aufwärmen und Beweglichkeit, Technik für eine bestimmte Situation, Drills mit wechselnden Partnern, dann Positionstraining oder leichtes Sparring, am Ende oft Kondition. Weil MMA drei Distanzen hat, verteilen viele Gyms die Schwerpunkte über die Woche: an einem Tag Striking, am anderen Ringen und Boden, an einem dritten das Zusammensetzen.
Technik und Drills
Technik lernst du in kleinen Schritten mit einem Partner, der dir dosiert Widerstand gibt. Ein typischer Drill ist eine Schlagkombination, die in einen Takedown übergeht, oder das Aufstehen aus einer Bodenposition. Gute Trainer bauen eine Technik so auf, dass du sie erst ohne Druck übst, dann gegen Gegenwehr und zuletzt im freien Training anwendest.
Sparring
Sparring ist das freie Üben gegen einen Partner unter Aufsicht. Es gibt verschiedene Formen: nur Striking, nur Ringen und Boden oder alles zusammen, meist mit reduzierter Härte. Für Anfänger ist Sparring nicht der erste Schritt. In seriösen Gyms kommt es erst, wenn die Grundlagen sitzen, und die Härte richtet sich nach dem schwächeren Partner.
Kraft und Ausdauer
Ein Kampf über drei Runden zu fünf Minuten fordert Kraftausdauer, Schnellkraft und die Fähigkeit, sich in der Rundenpause zu erholen. Freizeitsportler holen sich die meiste Fitness aus dem Training selbst. Wer in den Wettkampf will, ergänzt gezieltes Kraft- und Intervalltraining.
Wie oft pro Woche?
Für den Anfang sind zwei Einheiten pro Woche ein guter Rhythmus, eine für den Stand und eine für den Boden. Wer schneller vorankommen will, trainiert drei- bis viermal. Wichtiger als die Zahl ist, dass du regelmäßig kommst und deinem Körper Pausen gönnst.

Regeln, Verbote und Gewichtsklassen
Bei den meisten großen Veranstaltern gelten die Unified Rules of Mixed Martial Arts, die im Jahr 2000 von der Sportbehörde in New Jersey festgeschrieben wurden. In Europa kommen eigene Regelwerke dazu, im deutschsprachigen Raum seit 2009 die in Köln beschlossenen International Rules of MMA, für Amateure die Regeln des Weltverbands IMMAF. Die Grundzüge sind überall gleich.
Runden und Siegarten
Ein Kampf geht über drei Runden zu fünf Minuten, Titelkämpfe über fünf Runden, mit einer Minute Pause dazwischen. Gewonnen wird durch K.o., durch technischen K.o., wenn der Ringrichter abbricht, durch Aufgabe nach Hebel oder Würgegriff, durch Disqualifikation oder nach Punkten. Drei Punktrichter werten jede Runde nach dem 10-Punkte-System, ähnlich wie im Boxen.
Was im MMA verboten ist
Die Foulliste der Unified Rules ist lang. Die wichtigsten Verbote:
- Kopfstöße
- Beißen, Spucken und Haare ziehen
- Augenstechen und Finger in Mund, Nase oder Wunden
- Angriffe auf den Unterleib
- Verdrehen von Fingern und Zehen
- Schläge auf Hinterkopf, Nacken und Wirbelsäule
- Angriffe auf die Kehle
- Tritte und Knie zum Kopf eines Gegners, der am Boden ist
- Stampftritte auf den Gegner am Boden
- den Gegner auf Kopf oder Nacken werfen
- Festhalten am Käfig, an Shorts oder Handschuhen
- Angriffe nach dem Gong oder während einer Unterbrechung
Am Boden ist nach den Unified Rules, wer mit mehr als Händen und Füßen den Boden berührt. Amateur- und Nachwuchsregeln sind meist strenger, die Einzelheiten legt der jeweilige Verband fest.
Gewichtsklassen
Die Unified Rules kennen 14 Gewichtsklassen. Die Grenzen sind in Pfund festgelegt, hier in Kilogramm umgerechnet:
| Klasse | bis kg | bis Pfund |
|---|---|---|
| Strohgewicht | 52,2 | 115 |
| Fliegengewicht | 56,7 | 125 |
| Bantamgewicht | 61,2 | 135 |
| Federgewicht | 65,8 | 145 |
| Leichtgewicht | 70,3 | 155 |
| Superleichtgewicht | 74,8 | 165 |
| Weltergewicht | 77,1 | 170 |
| Superweltergewicht | 79,4 | 175 |
| Mittelgewicht | 83,9 | 185 |
| Supermittelgewicht | 88,5 | 195 |
| Halbschwergewicht | 93,0 | 205 |
| Cruisergewicht | 102,1 | 225 |
| Schwergewicht | 120,2 | 265 |
| Superschwergewicht | ohne Grenze | ohne Grenze |
Die UFC nutzt nur einen Teil dieser Klassen. Frauentitel vergibt sie im Stroh-, Fliegen- und Bantamgewicht, andere Veranstalter haben zusätzlich ein Atomgewicht bis 48 kg.
Ausrüstung: Was du für MMA brauchst
Für die ersten Trainings brauchst du wenig: bequeme Sportsachen ohne Reißverschlüsse und etwas zu trinken. Trainiert wird barfuß auf der Matte. Viele Gyms verleihen Handschuhe und Schoner für den Anfang, im CSC kostenlos, solange der Vorrat reicht. Wer dabeibleibt, kauft nach und nach eigene Ausrüstung.
- MMA-Handschuhe: Im Wettkampf 4 Unzen mit offenen Fingern. Im Training nimmst du mehr Polster, für Sparring mindestens 8 Unzen, damit dein Partner geschützt ist.
- Mundschutz: bei jedem Kontakt zum Kopf, am besten angepasst.
- Tiefschutz: im Sparring für Männer Pflicht, für Frauen gibt es eigene Modelle.
- Schienbeinschoner: für Tritte im Sparring, im MMA gern flach geschnitten, damit sie beim Ringen nicht stören.
- Bandagen: stützen Handgelenke und Mittelhand unter den Handschuhen.
- Kleidung: Shorts ohne Taschen und Reißverschlüsse, dazu ein eng anliegendes Shirt, ein sogenannter Rashguard, für den Bodenkampf.
Was Ausrüstung kostet, hängt stark von Marke und Qualität ab. Kauf nicht alles auf einmal: Mundschutz und Bandagen zuerst, Handschuhe und Schoner, wenn du weißt, dass du dabeibleibst.
Gesundheit und Risiken
MMA ist ein Ganzkörpertraining. Es verbessert Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und Reaktion, und viele erleben es als guten Ausgleich zu Stress und Alltag. Gleichzeitig ist MMA ein Vollkontaktsport, und das Risiko gehört zur ehrlichen Antwort dazu.
Wie hoch ist das Verletzungsrisiko?
Eine Metaanalyse von 2014 kommt im MMA-Wettkampf auf 228,7 Verletzungen je 1.000 Kampfeinsätze. Zum Vergleich nennt sie für Judo 44,0, für Amateurboxen 77,7 und für Profiboxen 171,0. Die meisten Verletzungen im MMA betreffen den Kopf. Am häufigsten sind oberflächliche Wunden, danach folgen Brüche und Gehirnerschütterungen. Für die Jahre 2007 bis 2017 sind sechs Todesfälle im Zusammenhang mit MMA-Kämpfen dokumentiert.
Training ist nicht Wettkampf
Diese Zahlen beschreiben Kämpfe, nicht das Training. Im Training entscheidest du selbst, wie viel Kontakt du willst. Gute Gyms üben Technik mit kontrolliertem Widerstand, setzen Mundschutz und gepolsterte Handschuhe voraus und begrenzen harte Treffer zum Kopf im Sparring. Ob du überhaupt sparrst, ist deine Entscheidung.
Wann du vorher zum Arzt solltest
Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, nach Gehirnerschütterungen, bei Problemen an Wirbelsäule oder Gelenken und in der Schwangerschaft sprichst du vor dem ersten Training mit deinem Arzt. Nach einem Treffer mit Schwindel, Übelkeit oder Kopfschmerz gilt: Training sofort beenden und abklären lassen.
MMA trainieren im CSC in Emmering bei Fürstenfeldbruck
Im Combat Sports Center (CSC) in Emmering bei Fürstenfeldbruck trainierst du MMA dienstags und samstags im Kurs NoGi Grappling (BJJ) & MMA. Die Grundlagen für den Stand lernst du im Kickboxen/K1, im Muay Thai und im Boxen, die für den Boden im BJJ und No-Gi. Für Erwachsene sind alle Kurse im Monatsbeitrag ab 68 € enthalten. Einen eigenen MMA-Anfängerkurs gibt es nicht: Die ersten Wochen gehören den Grundlagenkursen, danach führst du beides im MMA-Kurs zusammen.
Das Probetraining dauert 14 Tage, ist kostenlos und braucht weder Termin noch Anmeldung. Handschuhe und Schoner leihst du kostenlos. Die Halle hat über 195 m² mit eigenem Ring, dazu kommt ein 35 m² großer Kraftraum. Das CSC gibt es seit 2011, Brucker Str. 31, 82275 Emmering. Wir sind Wellpass-Partner.
- Dienstag 17:00 bis 18:00 Uhr NoGi Grappling (BJJ) & MMA Erwachsene, etwas Sparring, Wellpass
- Samstag 09:45 bis 11:15 Uhr NoGi Grappling (BJJ) & MMA (Wettkampf) Erwachsene, viel Sparring, Wellpass
- Stand: Kickboxen/K1, Muay Thai und Boxen, Zeiten im Kursplan
- Boden: No-Gi BJJ und Brazilian Jiu-Jitsu, Zeiten im Kursplan
- Sparring: vor allem samstags um 09:45 Uhr im MMA-Kurs, dienstags ein wenig, dazu montags Pad-Work & Sparring und mittwochs Sparring in allen Stilen, Zeiten im Kursplan
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- 10:00 bis 11:00 Uhr ab 1.11. bis 12:00 Uhr Erwachsene
Muay Thai (Erhan) - 16:00 bis 17:00 Uhr Jugend ab 10 J.
BJJ Jugendtraining - 17:00 bis 18:00 Uhr Jugend ab 10 J.
Kickboxen/K1 Jugendtraining - 18:00 bis 19:30 Uhr Erwachsene
Muay Thai (Tom) - 19:30 bis 20:30 Uhr Erwachsene
Kickboxen/K1 - 20:45 bis 21:45 Uhr Erwachsene
Pad-Work & Sparring
- 17:00 bis 18:00 Uhr Erwachsene Wellpass
NoGi Grappling (BJJ) & MMA - 18:15 bis 19:15 Uhr Erwachsene Wellpass
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Anfängerkurs parallel im Vorraum - 19:30 bis 20:30 Uhr Erwachsene Wellpass
Aerokickboxing - 20:45 bis 21:45 Uhr Erwachsene
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Kickboxen/K1 Kindertraining - 18:00 bis 19:30 Uhr ab 1.11. Erwachsene
Muay Thai (Tom) - 18:15 bis 19:15 Uhr bis 31.10. Erwachsene
Kickboxen/K1 - 19:30 bis 20:30 Uhr ab 1.11. parallel Erwachsene
Kickboxen/K1 - 19:30 bis 20:30 Uhr parallel Erwachsene
Sparring (alle Stile)
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(1. und 3. Mi) - 19:30 bis 20:30 Uhr bis 31.10. parallel Erwachsene
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(2. und 4. Mi) - 20:45 bis 21:45 Uhr Erwachsene Wellpass
Martial Arts Fitness (MAF)
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Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ im Gi ) - 19:30 bis 21:30 Uhr bis 31.10. Jugend Erwachsene ab 14 J.
Muay Thai - 19:30 bis 20:30 Uhr ab 1.11. parallel Erwachsene Wellpass
Selbstverteidigung Streetfight
(1. und 3. Do) - 19:30 bis 20:30 Uhr ab 1.11. parallel Erwachsene
Muay Thai Pad Work
(2. und 4. Do) - 20:00 bis 21:30 Uhr ab 1.11. parallel Erwachsene
Freies Training
- 16:30 bis 17:30 Uhr Kinder ab 8 J.
Muay Thai Kindertraining - 17:30 bis 18:30 Uhr Jugend 14-20 J.
Muay Thai Jugendtraining - 19:00 bis 20:15 Uhr Alle Wellpass Drop-in Online
Yoga
(Livestream und vor Ort)
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Kickboxen/K1 Kinder- und Jugendtraining - 12:30 bis 13:30 Uhr Jugend ab 10 J.
Kickboxen/K1 Jugendtraining - 13:30 bis 14:30 Uhr Jugend Erwachsene ab 14 J.
Muay Thai (Erhan) - 14:30 bis 15:30 Uhr parallel Erwachsene Wellpass
Kickboxen/K1 - 14:30 bis 16:30 Uhr parallel Erwachsene
Freies Training
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Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ im Gi )
Wir haben nur an Feiertagen sowie am 24. und 31.12. geschlossen.
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Es gilt unsere Hausordnung. Den Anweisungen der Trainer ist Folge zu leisten.
Fragen zum MMA im CSC
Gibt es im CSC einen MMA-Anfängerkurs?
Nein. MMA läuft dienstags und samstags im Kurs NoGi Grappling (BJJ) & MMA für Erwachsene. Die Grundlagen für den Stand lernst du im Kickboxen/K1, dienstags mit Anfängerkurs im Vorraum, im Muay Thai und im Boxen, die für den Boden im BJJ und No-Gi. Alles ist im Monatsbeitrag enthalten.
Kann ich MMA im Probetraining ausprobieren?
Ja, im Kurs am Dienstag. Das Probetraining dauert 14 Tage, ist kostenlos und braucht weder Termin noch Anmeldung. Der Kurs am Samstag ist Wettkampftraining, dort ist kein Probetraining möglich.
Was kostet MMA im CSC?
Für Erwachsene ab 68 € im Monat mit Trainings-Flatrate für alle Kurse. Die Tarife stehen auf der Preisseite. Mit Wellpass kannst du beide MMA-Kurse ebenfalls besuchen.
Muss ich im CSC Sparring machen?
Nein, Sparring ist freiwillig. Viel gesparrt wird vor allem samstags um 09:45 Uhr im MMA-Kurs, dienstags ein wenig, dazu montags Pad-Work & Sparring und mittwochs Sparring in allen Stilen. Im Probetraining sparrst du nicht mit. Wann du so weit bist, besprichst du mit deinem Trainer.
Gibt es MMA für Kinder im CSC?
Nein. Kinder trainieren Kickboxen ab 6 Jahren, Jugendliche Kickboxen ab 10 und Muay Thai ab 14. Für die Kleinsten ab 3 gibt es Bewegungstraining und Ballschule, alles beim Kindersport.
Geschichte des MMA
Die Idee, verschiedene Kampfstile gegeneinander antreten zu lassen, ist alt. Im antiken Griechenland war das Pankration eine Mischung aus Boxen und Ringen, ab 648 v. Chr. olympisch. Verboten waren nur Beißen und Augenstechen. In Brasilien hießen solche Kämpfe im 20. Jahrhundert Vale Tudo, portugiesisch für alles ist erlaubt.
Am 12. November 1993 fand in Denver die erste Veranstaltung der Ultimate Fighting Championship statt, ein Turnier ohne Gewichtsklassen und mit sehr wenigen Regeln. Es gewann Royce Gracie, ein Brazilian Jiu-Jitsu-Kämpfer, der im Finale Gerard Gordeau mit einem Würgegriff von hinten zur Aufgabe zwang. Das Turnier beantwortete die alte Frage nach der stärksten Kampfkunst auf seine Weise: Wer nur eine Distanz beherrscht, verliert in der anderen.
Die frühen Turniere brachten dem Sport den Ruf eines Spektakels ohne Regeln ein. Die Antwort waren Gewichtsklassen, Rundenzeiten, Handschuhe und Foullisten. Im Jahr 2000 wurden in New Jersey die Unified Rules festgeschrieben, auf die sich heute die meisten Veranstalter beziehen. Aus dem Spektakel wurde ein regulierter Sport.
MMA in Deutschland
Die ersten MMA-Kämpfe in Deutschland liefen um 1990 und 1991 auf sogenannten Mix-Fight-Galas, bei denen an einem Abend Boxer, Kickboxer und gemischte Kämpfe antraten. 1994 veranstaltete die Free Fight Association die erste reine MMA-Veranstaltung in Deutschland. Am 3. Oktober 2009 wurden in Köln die International Rules of MMA beschlossen, die seitdem für viele Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum gelten.
Das Sendeverbot von 2010 bis 2014
Am 18. März 2010 untersagte die Bayerische Landeszentrale für neue Medien die Ausstrahlung der UFC im deutschen Fernsehen. Kritisiert wurden vor allem Schläge auf einen am Boden liegenden Gegner. Das Verbot galt bis 2014. Den Sport selbst betraf es nie: Training und Kämpfe waren in Deutschland immer erlaubt. Die UFC kam trotzdem, am 13. November 2010 fand UFC 122 in Oberhausen statt.
Verbände und Amateursport
Seit 2014 vertritt die German Mixed Martial Arts Federation (GEMMAF) Deutschland im Weltverband IMMAF und richtet Amateurwettkämpfe aus. Wer kämpfen will, beginnt in der Regel bei Amateurturnieren mit strengeren Regeln und mehr Schutzausrüstung.
Profi-MMA heute
Die größten Bühnen im deutschsprachigen Raum bespielt heute vor allem OKTAGON MMA. Die Organisation wurde 2016 in Tschechien und der Slowakei gegründet und veranstaltet inzwischen große Events in Deutschland. Zu OKTAGON 62 kamen am 12. Oktober 2024 im Frankfurter Deutsche Bank Park 59.148 Zuschauer, eine der größten MMA-Veranstaltungen überhaupt. Aus Deutschland haben unter anderem Dennis Siver und Peter Sobotta in der UFC gekämpft.
Frauen im MMA
Frauen-MMA ist fester Teil des Sports. Die UFC zeigte am 23. Februar 2013 den ersten Frauenkampf ihrer Geschichte: Ronda Rousey verteidigte bei UFC 157 ihren Titel im Bantamgewicht gegen Liz Carmouche. Heute vergibt die UFC Frauentitel im Stroh-, Fliegen- und Bantamgewicht, andere Ligen auch im Atomgewicht bis 48 kg.
Im Training gibt es kaum Unterschiede. In den meisten Gyms trainieren Frauen und Männer gemeinsam, Partner werden nach Gewicht und Erfahrung gewählt. Viele kommen über Fitness oder Selbstverteidigung zum MMA und merken erst im Training, wie viel Technik in dem Sport steckt.
Kämpfer, Rankings und Gagen
Wer der beste MMA-Kämpfer ist, beantwortet das Pound-for-Pound-Ranking. Es vergleicht Kämpfer über alle Gewichtsklassen hinweg und wird von der UFC und der Fachpresse laufend neu erstellt, das aktuelle steht auf ufc.com/rankings. Weil sich die Ranglisten mit jedem großen Kampf ändern, nennen wir hier keine aktuelle Nummer eins, sondern Namen, die in jeder Debatte um die Besten aller Zeiten fallen.
Bei den Männern sind das Anderson Silva, Georges St-Pierre, Jon Jones, Khabib Nurmagomedov, Demetrious Johnson und Fedor Emelianenko, bei den Frauen Amanda Nunes, Ronda Rousey, Cris Cyborg und Valentina Shevchenko.
Was MMA-Kämpfer verdienen
Die Gage hängt von Liga, Vertrag und Bekanntheit ab. Sie setzt sich meist aus Antrittsgeld, Siegprämie, Boni und Sponsoren zusammen. Neulinge bei kleinen Veranstaltern verdienen wenig, die wenigen Stars der großen Ligen erhalten sechs- bis siebenstellige Beträge je Kampf. Die meisten Kämpfer in Deutschland arbeiten neben dem Sport.
Einstieg: Direkt mit MMA anfangen oder erst Kickboxen und BJJ?
Diese Frage stellen sich fast alle Anfänger, und die Antwort hängt vom Gym ab. Wo es einen eigenen MMA-Grundkurs gibt, kannst du direkt einsteigen. Wo nicht, ist der Weg über die Einzeldisziplinen der bessere: Du lernst Stand und Boden jeweils dort, wo genau das unterrichtet wird, und setzt beides im MMA-Training zusammen.
Schritt 1: Striking
Kickboxen, Muay Thai oder Boxen bringen dir Schläge, Tritte, Deckung und Beinarbeit bei. Muay Thai ergänzt Knie, Ellbogen und den Clinch, Boxen die feinste Handtechnik.
Schritt 2: Bodenkampf
Im Brazilian Jiu-Jitsu und im No-Gi lernst du Positionen, Befreiungen, Hebel und Würgegriffe. No-Gi wird ohne Anzug trainiert und liegt damit näher am MMA.
Schritt 3: Zusammenführen
Im MMA-Training verbindest du beides: Takedowns aus dem Schlagabtausch, Kontrolle am Boden, Aufstehen, Arbeit am Seil oder am Zaun. Erst hier merkst du, wie sehr sich die Disziplinen gegenseitig verändern.
Schritt 4: Sparring und Wettkampf
Sparring kommt, wenn die Grundlagen sitzen, und bleibt freiwillig. Wer kämpfen will, beginnt bei Amateurturnieren. Bis dahin vergehen meist Jahre, nicht Monate.
Im CSC sieht der Weg so aus: Stand im Kickboxen/K1, Muay Thai oder Boxen, Boden im BJJ oder No-Gi, beides zusammen dienstags im Kurs NoGi Grappling & MMA. Alle Kurse sind in einer Mitgliedschaft enthalten, das Probetraining ist 14 Tage kostenlos.

Häufige Fragen zu MMA
Was bedeutet MMA?
MMA steht für Mixed Martial Arts, auf Deutsch gemischte Kampfkünste. Erlaubt sind Schläge, Tritte, Knie, Ellbogen, Würfe, Takedowns, Hebel und Würgegriffe, im Stand und am Boden. Die Techniken stammen vor allem aus Boxen, Kickboxen, Muay Thai, Ringen, Judo und Brazilian Jiu-Jitsu. Die moderne Form entstand mit der ersten UFC-Veranstaltung am 12. November 1993 in Denver.
Was ist MMA für ein Kampfsport?
MMA ist ein Vollkontakt-Wettkampfsport mit festen Regeln. Er verbindet drei Distanzen: Schlagen und Treten im Stand, den Clinch mit Takedowns und den Bodenkampf. Gekämpft wird in Gewichtsklassen über drei Runden zu fünf Minuten, Titelkämpfe gehen über fünf Runden. Gewonnen wird durch K.o., technischen K.o., Aufgabe oder Punktentscheidung.
Ist MMA in Deutschland erlaubt?
Ja. MMA war in Deutschland als Sport nie verboten. Untersagt war von 2010 bis 2014 nur die Übertragung von Profikämpfen im Fernsehen, ausgelöst durch einen Beschluss der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien vom 18. März 2010. Seit 2014 vertritt die German Mixed Martial Arts Federation (GEMMAF) den Amateursport im Weltverband IMMAF.
Wie viele Todesfälle gibt es bei MMA?
Wenige. Für die Jahre 2007 bis 2017 sind sechs Todesfälle im Zusammenhang mit MMA-Kämpfen dokumentiert, mehrere davon bei Debüt- oder Amateurkämpfen. Trotzdem ist MMA im Wettkampf ein Sport mit echtem Verletzungsrisiko. Im Training ohne Wettkampf entscheidet vor allem, wie kontrolliert gesparrt wird.
Ist MMA-Training gesund?
Als Training ja: Es trainiert Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und Reaktion zugleich. Das Risiko liegt vor allem in Treffern zum Kopf. Eine Metaanalyse von 2014 kommt im Wettkampf auf 228,7 Verletzungen je 1.000 Kampfeinsätze, die meisten davon oberflächliche Wunden. Im Training senken Handschuhe, Mundschutz und kontrolliertes Sparring das Risiko deutlich.
Was darf man nicht bei MMA?
Nach den Unified Rules sind unter anderem verboten: Kopfstöße, Beißen und Spucken, Haare ziehen, Augenstechen, Angriffe auf den Unterleib, das Verdrehen von Fingern und Zehen, Schläge auf Hinterkopf und Wirbelsäule, Angriffe auf die Kehle, Tritte und Knie zum Kopf eines am Boden liegenden Gegners, Stampftritte auf den Gegner am Boden, Werfen auf Kopf oder Nacken und das Festhalten an Käfig, Shorts oder Handschuhen. Amateurregeln sind oft strenger.
Welche Gewichtsklassen gibt es im MMA?
Die Unified Rules kennen 14 Klassen, vom Strohgewicht bis 52,2 kg über Fliegen (56,7), Bantam (61,2), Feder (65,8), Leicht (70,3), Welter (77,1), Mittel (83,9) und Halbschwer (93,0) bis zum Schwergewicht bis 120,2 kg, dazu Zwischenklassen und das Superschwergewicht ohne Grenze. Die UFC nutzt davon nur einen Teil, Frauentitel vergibt sie im Stroh-, Fliegen- und Bantamgewicht.
Wieviel Unzen haben MMA Handschuhe?
Im Profikampf 4 Unzen, das sind rund 113 Gramm, mit offenen Fingern, damit Griffe möglich sind. Für das Training sind 4 Unzen zu wenig Polster. Dort nimmst du MMA-Handschuhe mit mehr Polsterung oder Boxhandschuhe. Im CSC wird nie mit 4 Unzen trainiert, sondern mit mindestens 8 Unzen, das schützt deinen Partner.
Welche Ausrüstung brauche ich für MMA?
Für den Anfang reichen Sportsachen, trainiert wird barfuß auf der Matte. Später brauchst du MMA-Handschuhe, Mundschutz, Tiefschutz, Bandagen und für das Sparring Schienbeinschoner. Dazu Shorts ohne Taschen und Reißverschlüsse und ein eng anliegendes Shirt für den Bodenkampf. Viele Gyms verleihen Handschuhe und Schoner für den Einstieg, im CSC kostenlos.
Ist MMA Kickboxen?
Nein. Kickboxen ist Kampf im Stand mit Schlägen und Tritten. MMA erlaubt zusätzlich Clinch, Takedowns, Bodenkampf, Hebel und Würgegriffe. Kickboxen ist aber einer der Bausteine des MMA, und viele MMA-Kämpfer kommen aus dem Kickboxen oder dem Muay Thai.
Ist MMA stärker als Boxen?
Die Frage lässt sich nicht sportlich beantworten, weil beide Sportarten andere Regeln haben. Im Boxen gibt es nur Fäuste und keinen Bodenkampf, dafür ist die Handtechnik dort am weitesten entwickelt. Im MMA darf der Gegner die Distanz verlassen und am Boden weiterkämpfen. Deshalb ist Boxen ein wichtiger Baustein im MMA, ein reiner Boxer ist im MMA-Regelwerk aber im Nachteil.
Was ist die stärkste Kampfkunst?
Keine allein. Genau diese Frage stand hinter der ersten UFC 1993, die ohne Gewichtsklassen und mit sehr wenigen Regeln ausgetragen wurde. Gewonnen hat Royce Gracie, ein Brazilian Jiu-Jitsu-Kämpfer, im Finale mit einem Würgegriff am Boden. Seitdem gilt: Wer nur eine Distanz beherrscht, verliert in der anderen. MMA ist die Antwort auf die Frage.
Kann man sich MMA selbst beibringen?
Fitness und erste Bewegungen ja, MMA nicht. Takedowns, Bodenkampf und Sparring brauchen einen Trainingspartner und jemanden, der Fehler sieht, bevor sie zu Verletzungen führen. Videos helfen beim Verstehen, ersetzen aber kein Training. Der schnellste Weg ist ein Gym mit Kursen für den Stand und den Boden.
Wie fängt man mit MMA an?
Mit einem Probetraining in einem Gym, das Stand und Boden unterrichtet. Du brauchst weder Vorerfahrung noch eine besondere Fitness. Sinnvoll ist, die ersten Wochen in Grundlagenkursen zu verbringen, Kickboxen, Muay Thai oder Boxen für den Stand und BJJ oder No-Gi für den Boden, und danach ins MMA-Training zu gehen. Sparring kommt zuletzt.
Kann jeder MMA machen? Bin ich mit 30 zu alt?
Jeder gesunde Erwachsene kann MMA trainieren, und mit 30 oder 40 bist du nicht zu alt. Zu spät ist es nur für eine Profikarriere. Im Freizeittraining bestimmst du Tempo und Härte selbst, Sparring ist freiwillig. Bei Herzproblemen, Gelenkschäden oder nach Gehirnerschütterungen sprich vorher mit deinem Arzt.
Wie lange dauert es, bis man MMA kann?
Das hängt davon ab, wie oft du trainierst und was du mitbringst. Wer aus dem Ringen, Judo oder Kickboxen kommt, ist schneller. Die Grundlagen in Stand und Boden brauchen bei zwei bis drei Einheiten pro Woche einige Monate, der Weg zum ersten Amateurkampf eher Jahre als Monate.
Wie viel kostet MMA pro Monat?
Das hängt von Stadt, Gym und Vertrag ab. Die meisten Gyms verlangen eine Monatspauschale, Preislisten liegen oft zwischen 50 und 100 €, in Großstädten auch darüber, dazu kommt die Ausrüstung. Im Combat Sports Center in Emmering kostet die Mitgliedschaft für Erwachsene ab 68 € im Monat mit allen Kursen, das Probetraining ist 14 Tage kostenlos. Alle Tarife stehen auf der Preisseite.
Wer ist der beste MMA Kämpfer?
Das ändert sich ständig, Maßstab ist das Pound-for-Pound-Ranking der UFC, das Kämpfer über alle Gewichtsklassen hinweg vergleicht. Zu den Besten aller Zeiten zählen viele Anderson Silva, Georges St-Pierre, Jon Jones, Khabib Nurmagomedov und Demetrious Johnson, bei den Frauen Amanda Nunes und Ronda Rousey. Das aktuelle Ranking steht auf ufc.com/rankings.
Was verdient ein MMA Fighter?
Die Spanne ist riesig: Bei regionalen Veranstaltungen ist die Börse oft klein, die wenigen Stars der großen Ligen erhalten sechs- bis siebenstellige Beträge je Kampf. Die Gage setzt sich meist aus Antrittsgeld, Siegprämie, Boni und Sponsoren zusammen. Die meisten Kämpfer in Deutschland leben nicht vom Kämpfen, sondern arbeiten nebenher.
Für wen ist MMA geeignet?
Für jeden, der Kampfsport als Ganzes lernen will: Stand, Clinch und Boden. Die meisten trainieren MMA als Freizeitsport für Fitness und Technik, ein kleiner Teil geht in den Wettkampf. Für Kinder bieten viele Gyms kein MMA an, sie starten mit Kickboxen, Judo oder BJJ. Im CSC trainieren Kinder ab 6 Jahren Kickboxen, mehr dazu beim Kindersport.
Quellen und Stand
Die Zahlen auf dieser Seite wurden zuletzt im Oktober 2026 gegen diese Quellen geprüft:
- Mixed Martial Arts, Wikipedia (Geschichte, MMA in Deutschland, Verletzungsrisiko, Todesfälle)
- Ultimate Fighting Championship, Wikipedia (Gründung, Runden, Sendeverbot 2010)
- UFC 1, Wikipedia (englisch)
- Unified Rules of Mixed Martial Arts, Wikipedia (englisch, Foulliste der Association of Boxing Commissions)
- Mixed martial arts weight classes, Wikipedia (englisch)
- List of mixed martial arts attendance records, Wikipedia (englisch)
- Ronda Rousey, Wikipedia (englisch)
- German Mixed Martial Arts Federation (GEMMAF)
- UFC Rankings
MMA ausprobieren
Im Combat Sports Center in Emmering bei Fürstenfeldbruck trainierst du MMA dienstags und samstags, Stand und Boden in den Fachkursen. Das Probetraining dauert 14 Tage, ist kostenlos und braucht weder Termin noch Anmeldung.

Worum geht es?
Dafür brauchst du weder Termin noch Anmeldung. Such dir im Kursplan einen Kurs aus und komm einfach vorbei. Das 14-tägige Probetraining ist kostenlos.
- Probetraining? 14 Tage kostenlos, jederzeit ohne Anmeldung. Alle Infos.
- Trainingszeiten? Stehen im Kursplan.
- Preise? Alle Tarife findest du auf der Preisseite.
- Kinder? Wir trainieren mit Kindern ab 3 Jahren. Mehr zum Kindersport.
- MMA? Dienstags und samstags im Kurs NoGi Grappling & MMA. Alles zum Einstieg auf der MMA-Seite.
- Wellpass? Wir sind Partner. Alle Infos zu Wellpass im CSC.
- Hausregeln? Bitte vorher lesen
- Blutiger Anfänger? Kein Problem, wir nehmen Rücksicht. Halte dich an den Trainer.
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